Perverse Decolonization

Ein (selbst-)kritisches Forschungsprojekt der Akademie der Künste der Welt Köln mit Symposium, künstlerischem Programm und Publikation

Im Rahmen dieses Projektes begibt sich eine Arbeitsgruppe von etwa 20 internationalen Künstlern, Schriftstellern, Wissenschaftlern und Kuratoren in einen gemeinsamen Diskussions- und Forschungsprozess mit dem Ziel, die gegenwärtige Krise der Identitätspolitik und des Postkolonialismus genauer zu untersuchen.
Weltweit lässt sich ein Erstarken nationalistischer und isolationistischer Politik beobachten. Ausgehend von diesen Phänomenen wollen Künstler und Theoretiker den Begriff der „perversen Dekolonialisierung“ untersuchen, verstanden als einen fehlgeleiteten emanzipatorischen Prozess: Inwieweit bedienen sich die neuen nationalistischen Ansätze und Bewegungen einer postkolonialen Rhetorik und inwiefern sind sie vom postkolonialen Denken beeinflusst?
In einem weiteren Schritt soll diskutiert werden, wie isolationistischen und nationalistischen Tendenzen begegnet werden kann und welche neuen Formen der Solidarität heute entstehen können. Ab Sommer 2017 wird sich die Arbeitsgruppe regelmäßig zusammenfinden, um diese Themen in Köln und in den Partnerinstitutionen (z.B. in Stuttgart, Bishkek, Warschau oder Chicago) zu diskutieren und ihre Ergebnisse auf einer gemeinsamen Plattform zu veröffentlichen.
Den Höhepunkt des Projektes bildet ein internationales Symposium. Neben Gesprächen und Diskussionsrunden soll es durch zahlreiche künstlerische und performative Formate ein breites Publikum erreichen. In Vorbereitung des Symposiums werden künstlerische Auftragswerke sowie Forschungsstipendien vergeben, die sich an Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler richten. Zum Abschluss des Projektes erscheint eine Publikation in deutscher und englischer Sprache.

Künstlerische Leitung: Ekaterina Degot (RU), David Riff (RU)
Teilnehmer/innen: Saddie Choua (BE), Cosmin Costinas (HK), Georgy Mamedov (KG), Joshua Simon (IL), Jan Sowa (PL), Mi You u.a.


Termine:

Gespräche, künstlerische Präsentationen, Symposium, Publikation, Realisierung in Köln mit internationalen Partnerinstitutionen in Stuttgart, Bishkek, Holon, Warschau, Chicago, Stockholm, Amsterdam, Utrecht: 1.9.2017–30.4.2019