Bild und Raum

documenta 14

Ausstellung zeitgenössischer Kunst - gefördert als kulturelle Spitzeneinrichtung

Seit ihrer Gründung 1955 gilt die documenta als eine der bedeutendsten und international bekanntesten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. In einem Turnus von fünf Jahren und während einer Laufzeit von hundert Tagen präsentiert sie eine Vielzahl aktueller internationaler Kunstpositionen.

Der Künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, hat für die Ausstellung eine Doppelstruktur vorgesehen: Im Jahr 2017 werden Kassel und Athen gleichberechtigte Gastgeber der Ausstellung sein. Die bislang wenig hinterfragte Position Kassels als zentraler Standort der documenta wird zugunsten der Rolle eines Gastes in einer anderen Stadt aufgegeben. Aus dem Blickwinkel Athens – wo sich Afrika, Naher Osten und Asien berühren – erschließt die documenta 14 auch außereuropäische Kontexte.

Die teilnehmenden Künstler/innen sind eingeladen, die zwischen beiden Städten entstehende Dynamik zu reflektieren und für beide eine eigene Arbeit zu entwickeln. Die verschiedenen Orte und ihre unterschiedlichen historischen, sozioökonomischen und kulturellen Gegebenheiten wirken sich ebenso auf den Prozess der Entwicklung beider Ausstellungsteile aus, wie sie die einzelnen Kunstwerke inspirieren und beeinflussen.

Die Kuratoren sehen Griechenland nicht als Einzelfall, sondern als Sinnbild für eine sich rapide verändernde globale Situation: „Es verkörpert die wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Dilemmata, mit denen sich Europa heute konfrontiert sieht – ähnlich wie Kassel 1955 für die Notwendigkeit stand, mit dem Trauma der Zerstörung, das der Nationalsozialismus in Deutschland mit sich gebracht hatte, umzugehen, und gleichzeitig als strategisch bedeutsamer Ort im beginnenden Kalten Krieg diente. Athen ist beispielhaft für die aktuellen Probleme, die über die sprichwörtliche Vorstellung von der »griechischen Krise« hinausgehen, denn tatsächlich sind diese Probleme ebenso europäische und globale wie griechische, und sie sind keineswegs gelöst.“

Am 8. April eröffnet die Ausstellung in Athen. In mehr als 40 verschiedenen öffentlichen Institutionen, Plätzen, Kinos, Universitätsstandorten und Bibliotheken werden über 160 internationale Künstler_innen ihre für die documenta 14 konzipierten Arbeiten vorstellen.

Termine
08.04.2017 - 16.07.2017 Athen Ausstellung
10.06.2017 - 17.09.2017 Kassel Ausstellung